Erste Schritte, eine kleine Anwendung entsteht
SCHRITT 1
Aller Anfang ist schwer, ebenso verhält es sich in MINISYS. Ist der erste Schritt getan und die ersten Berührungsängste sind überwunden, empfindet man die weiteren Schritte als weniger spektakulär.
In diesem Tutorial soll eine kleine Anwendung entstehen, nichts von besonderer Bedeutung, einige kleinere Dialog-Masken zur Datenaufnahme sollen entstehen.
Wie sonst auch üblich bzw. wie es bei MINISYS in jedem Fall passieren muss, steht am Anfang immer der Gedanke.
MINISYS ist darauf gedrillt worden, mit einem Minimum an Input den höchst möglichen Output zu erzielen. Das kann natürlich nur funktionieren, wenn die Aufgabenstellung bekannt ist.
Nachdem MINISYS installiert worden und betriebsbereit ist, starten Sie den Internetbrowser und melden sich bei MINISYS als Systemmanager/ Entwickler an.
MINISYS-Distributionen werden mit dem Teilnehmer 'MINISYS' und als Passwort ebenfalls 'MINISYS' ausgeliefert. Im Zweifelsfall, sofern dieser Teilnehmer nicht wie empfohlen geändert worden ist, verwenden Sie diesen Account.
SCHRITT 2
Nach erfolgreicher Anmeldung rufen Sie den 'Maskengenerator' auf, entweder ist dieser unter den Centerprogrammen (Masken-Programm-Generator) zu finden
oder Sie betreten den Bereich des Systemmanagers (Klick auf Menüpunkt "MINISYS" im oberen horizontalen Menu) und wählen dann unter der Rubrik 'Maintain' 'Maskenerstellung' aus.
SCHRITT 3
Als erstes werden Sie in dieser Dialogmaske nach einem Bereichsnamen gefragt.
Der Bereichsname ist als Gruppen-Name zu verstehen, zusammengehörende Programme und Dialogmasken werden unter einer Gruppe zusammengefasst und auch so verwaltet.
In der Vergabe der Bereichsnamen gibt es kaum Vorgaben, es sind nur Buchstaben, jedoch keine Umlaute, zugelassen. Die maximale Länge des Bereichsnamen beträgt 10 Zeichen, eingebettete Leerzeichen sind ebenfalls nicht erlaubt.
Wählen Sie den Bereichsnamen unikat und inhaltsbezogen.
Wollen Sie beispielsweise eine Fakturierung erstellen, so wäre eine Bezeichnung 'FAKTURA' inhaltsbezogen vollkommen in Ordnung, würde jedoch nicht einem Unikat entsprechen.
Heißen Sie z.B. Erwin Müller, so könnten Sie zur Herstellung des unikaten Charakters noch Ihre Initialen hinzufügen und hätten z.B. 'EMFAKTURA' oder 'FAKTURAEM'.
Wir wählen jetzt in unserem Beispiel aus der Liste das Argument 'Neuer Bereich' aus und bestätigen dieses durch den 'Weiter' Button.
SCHRITT 4
Jetzt werden wir nach dem Bereichsnamen als Eingabe gefragt.
Für unser Beispiel wählen wir den Namen 'TESTSTAMM' aus.
Es ist ratsam, Test- und Spielanwendungen mit dem Begriff 'TEST' beginnen zu lassen, so gibt es kein Durcheinander und sinnvolle Anwendungen lassen sich gut von Testanwendungen unterscheiden.
Geben Sie 'TESTSTAMM' in das Bereichs-Feld ein. Es gibt eine weitere Abfrage in dieser Dialogmaske, MINISYS-Bereich mit dem Wähler Ja/Nein. Diese Abfrage erhält nur dann Bedeutung, wenn z.B. innerhalb von MINISYS Erweiterungen bzw. ergänzende Dialogmasken erstellt werden sollen.
Davon sind wir derzeit noch sehr weit entfernt, daran sollten sich nur sehr sachkundige Entwickler wagen. Die Entwickler von MINISYS nutzen dieses Dialogmasken-Erstellungswerkzeug ebenfalls zur Erweiterung, darum befindet sich diese Abfrage auch hier.
Bestätigen Sie Ihre Eingabe mit dem 'Weiter'-Button, Sie werden in die erste Dialogmaske zur Parameterabfrage geleitet.
SCHRITT 5
Die Release Abfrage steuert anschließend die Releaseverwaltung von MINISYS.
Geben Sie für unser Beispiel 0.00 ein bzw. übernehmen Sie diese Vorgabe einfach. MINISYS verfügt über eine Releaseverwaltung, um dem Entwickler zu ermöglichen, Anwendungen an einen Anwendungsschlüssel zu koppeln. Anwendungen, die mit einer Releasekennung größer als 0.00 angewendet werden, arbeiten extrem verzögert im Demomodus. Erst wenn einer, vom Entwickler erstellter Anwendungs-Schlüssel in MINISYS eingegeben wird, arbeitet die Anwendung unter normalen Bedingungen.
Die Bereichsbezeichnung wird für das vollautomatische Menüsystem als Menütext verwendet. Hierzu stehen 19 Zeichen zur Verfügung, diese Bezeichnung sollte ebenfalls inhaltsbezogen sein, in unserem Fall also 'Test - Stammdaten' o.ä. lauten.
Das Feld 'Erklärung' dient in einigen weiteren Programmen als etwas ausführlichere Erklärung, hierbei kann innerhalb von 50 Zeichen auf den Inhalt des Bereiches Bezug genommen werden.
In unserem Beispiel 'Stammdaten zum Test/ Tutorial'.
Die letzte Abfrage dieser Dialogmaske betrifft das Programm bzw. die Dialogmaske. Dort können Sie aus bereits erfassten wählen oder MINISYS mitteilen, dass Sie eine neue Maske erstellen wollen. In unserem Beispiel, weil es ja auch anders nicht möglich ist, wählen wir 'Neue Maske' aus. Anschließend bestätigen wir unsere Eingaben und werden auf die nächste Abfrage- Dialogmaske geleitet.
SCHRITT 6
Unsere Eingaben der vorhergehenden Dialogmasken werden uns angezeigt und wir werden nach einem Programm/ Maskennamen gefragt. Auch hier müssen wieder grundlegende Entscheidungen getroffen werden.
Der Name der Dialogmaske sollte möglichst Teile des Bereichsnamen enthalten, da dieser Name bei Daten-Erfassungsmasken zugleich für den 'Datenbanknamen' (Globals) verwendet wird und NICHT exclusiv der Gruppe/ dem Bereich zugeordnet wird!
Das bedeutet, dass ein in unterschiedlichen Bereichen/ Gruppen/ Komplexen gleichlautender Maskenname denselben Datenbestand beschreiben und ggf. zu Kollisionen führen kann.
Das ist innerhalb von MINISYS so gewollt und hat - gerade bei komplexen Anwendungen - Sinn.
Der Maskenname darf aus Buchstaben (Ohne Umlaute!) und Ziffern bestehen. Führende Ziffern sind NICHT zugelassen, eingebettete oder führende Leerzeichen ebenfalls nicht. Es stehen 15 Zeichen für den Maskennamen zur Verfügung.
In unserem Beispiel wählen wir 'TESTKD01'.
Die weitere Abfrage dieser Dialogmaske betrifft den Maskentyp. Derzeit sind dort 3 Varianten wählbar:
Simple: Für einfachste Erfassungsmasken. in denen nur sehr wenige Funktionen zur Datenmanipulation zur Verfügung stehen. Neben Inhaltsprüfungen und nichtkausalen Eingabeprüfungen sind dort nur begrenzte Möglichkeiten vorhanden.
Basic: Ähnlich wie Simple, allerdings mit erweiterter Editierfunktion zur Programm-/ Maskenpflege und einzeiliger Zugriff auf die MINISYS API.
Advanced: Bietet den gesamten Funktionsumfang von MINISYS und dessen API an, ist allerdings komplizierter in der Bedienung und setzt ein erweitertes Wissen über die Arbeitsweise von MINISYS voraus.
In unserem Beispiel wählen wir 'Simple' aus. Wenn wir unsere Eingaben bestätigt haben, werden wir in die nächste Dialogmaske geführt.
SCHRITT 7
In dieser Dialogmaske werden wir nach einer Maskenbezeichnung gefragt. Diese Bezeichnung dient dem Menüsystem und sollte so aussagekräftig wie möglich gewählt werden.
In unserem Beispiel tragen wir 'Test-Stamm Kunden' ein.
Die weitere Abfrage in dieser Dialogmaske betrifft die s.g. Subscripte. Über den Begriff kann man gerne streiten, hiermit ist die Anzahl der s.g. Keys, also der Zugriffsschlüssel gemeint.
Beispiel: Wenn wir einen Kundenstamm erstellen, so gibt es im Regelfall eine Kundennummer. Gebe ich in einem Programm die Kundennummer ein, so ist der dahinter stehende Kunde eindeutig identifiziert, diese Kundennummer ist einmalig, nur ein Kunde kann sich hinter einer Kundennummer verbergen.
Daher ist in diesem Beispiel eine 1 einzugeben bzw. zu wählen, weil es nur einen Schlüssel in der Dialogmaske geben wird.
Erstellen wir z.B. im Anschluss eine s.g. Filialen-Dialogmaske, so ist zur eindeutigen Zuordnung einer Filiale eines Kunden erstens die Kundennummer und zweitens die Filialnummer notwendig, um eine bestimmte Filiale eines bestimmten Kunden identifizieren zu können. In dem Beispiel wären also 2 Subscripte/ Keys/ Schlüssel/ Zuordnungsmerkmale einzutragen.
In unserem Beispiel wählen wir die '1' aus, wir werden von MINISYS zu der eigentlichen Maskenerstellung geleitet.
SCHRITT 8
Wir sehen eine Maske, in der 15 nummerierte Zeilen und 10 Spalten, insgesamt 150 Eingabefelder vorhanden sind. Lassen Sie sich nicht von der Maske übermäßig beeindrucken, im Prinzip ist alles ganz einfach, MINISYS eben.
Tragen Sie in die erste Zeile in der Rubrik 'Name' den Begriff 'Kundennummer' ein. Dieses erscheint in der entstehenden Dialogmaske als Bezeichnung des entstehenden Eingabefeldes und steht VOR der eigentlichen Eingabe.
In die Rubrik 'Länge' der ersten Zeile tragen Sie eine '10' ein, hiermit wird beschrieben, wie lang die durch den Anwender vorzunehmende Eingabe in Zeichen sein darf.
Die Rubrik 'Vorgabe' lassen Sie bitte leer. Hier kann definiert werden, was MINISYS bei der Erfassung eines neuen Datensatzes als Vorgabe automatisch einträgt. Ganz praktisch z.B. bei J/N Feldern, bei denen das J oder Ja von MINISYS vorgegeben wird und vom Anwender nicht jedes Mal neu eingetragen werden muss. Diese Vorgabe wird natürlich NUR bei leeren Feldern vorgenommen. Hat der Anwender z.B. bereits etwas eingetragen, so wird diese Funktion außer Kraft gesetzt.
In die Rubrik 'Beschreibung' tragen Sie eine Kurzbeschreibung ein, diese erscheint in der Dialogmaske HINTER dem Eingabefeld und kann Weiteres für den Anwender an Informationen enthalten. In unserem Beispiel tragen wir 'Nur Ziffern.' ein.
Die Rubrik 'Muss' lassen wir leer. Wird dieses Kästchen aktiviert, so muss in der entstehenden Dialogmaske das entsprechende Feld mit Inhalt belegt werden. Wird dieses dann unterlassen, so quittiert MINISYS diese Eingabe mit einer entsprechend lautenden Fehlermeldung.
In der Rubrik 'Typ' wählen wir "Numerisch (3)' aus. Damit bestimmen wir, dass nur numerische Elemente zur Eingabe zugelassen werden. Wird etwas Nichtnumerisches eingegeben, so quittiert MINISYS dieses mit einer entsprechenden Fehlermeldung. Würden hier z.B. auch noch Nachkommastellen gewählt, so würde MINISYS die Eingabe entsprechend nachformatieren.
Das Kästchen der Rubrik 'Stop' lassen wir leer. Wird dieses aktiviert, so würde bei einem Sprung innerhalb der entstehenden Dialogmaske berücksichtigt, dass dieses Feld bearbeitet werden muss. Sprünge über dieses Feld hinaus würde den Sprung unterbrechen und erst auf dieses Feld verweisen. Das gilt sowohl für Vorwärts- wie auch Rückwärtssprünge.
Ebenfalls leer lassen wir das Kästchen der Rubrik 'Skip'. Würde dieses Kästchen aktiviert, so würde MINISYS zur Laufzeit eine Eingabe dieses Feldes nicht zulassen und bei einem direkten Sprung auf dieses Feld auf das Nächste verweisen. Eine Fehlermeldung gäbe es nicht.
Diese Funktion ist sehr sinnvoll bei reinen Anzeigefeldern oder bei differenzierten Eingabemasken, in denen einige Felder gegen Eingaben geschützt werden sollen.
Die Rubrik 'ZU' (Zugelassen) kann Elemente zur simplen Eingabeprüfung enthalten. Wir lassen dieses Feld leer.
Haben Sie z.B. eine Eingabe vorbereitet, in der nur gewisse Eingaben zugelassen sind, z.B. Anfangsbuchstaben von Begriffen, so können hier diese Buchstaben eingegeben werden. Hat ein Anwender z.B. die Wahl, O für oben, U für unten oder M für Mitte einzugeben, so kann die Eingabe auf diese Zeichen durch die Definition 'OMU' begrenzt werden. Gibt der Anwender z.B. dann in das Feld ein 'X' ein, so quittiert MINISYS dieses mit einer entsprechenden Fehlermeldung.
Bitte beachten Sie, dass Eingaben und Prüfungen innerhalb der MINISYS-Anwendungen case-sensitiv sind, es wird strikt zwischen Groß-/ Kleinschreibung unterschieden. Lassen Sie z.B. 'OMU' zu und der Anwender gibt ein 'u' (Kleines u) ein, so wertet MINISYS dieses als Fehleingabe. Entweder muss dann auch das kleine u mit eingegeben werden ('OMUomu') oder unter 'Typ' muss definiert werden, dass die Eingabe als Großschreibung (1) behandelt wird.
Die Rubrik 'Next' lassen wir leer. Hiermit wird das Verhalten der Dialogmasken-Aufbereitung beeinflusst. MINISYS setzt normalerweise in den Simple-Masken jeweils 2 Feldeingaben nebeneinander und bildet danach die nächste Zeile. Das macht in vielen Fällen Sinn, jedoch nicht in allen.
Wird hier z.B. 'Cut' gewählt, so ist MINISYS angewiesen, nach diesem Eingabefeld die nächste Zeile zu nutzen. So kann z.B. ein sehr langes Eingabefeld bewusst exclusiv in einer Zeile stehen.
Wird jedoch 'App' (Append) gewählt, so würde MINISYS das nächste Eingabefeld mit in die aktuelle Zeile mit übernehmen. Sinnvoll bei mehreren kurzen Eingabefeldern, die thematisch zusammen gehören.
Damit wäre die erste Zeile beschrieben, wir haben somit das s.g. Keyfeld definiert.
In die 2. Zeile tragen Sie nun bitte unter 'Namen' den Begriff 'KD-Namen' ein, in die Rubrik 'Länge' den Wert '20' ein, in die Rubrik 'Beschreibung' den Begriff 'Name des Kunden' ein und aktivieren das 'Muss' Kästchen.
Mehr erst einmal nicht, danach speichern Sie Ihre Eingaben mittels des Buttons 'Änderungen speichern'. Sie erhalten eine System-Meldung, dass Ihr Programm gespeichert wurde.
SCHRITT 9
Betätigen Sie den 'Weiter' Button und die Maskenerfassung wird geschlossen.
SCHRITT 10
Melden Sie sich nun von MINISYS ordungsgemäß ab...
und melden sich wiederum als System-Manager an.
SCHRITT 11
Öffnen Sie auf der linken Seite im Treemenü den Ordner 'Anwendungen' und Sie werden, sofern Sie dieses Turorial genau befolgt haben, einen Ordnereintrag 'Test-Stammdaten' angezeigt bekommen.
Öffnen Sie diesen Ordner, so sehen Sie ein Dokument mit dem Namen 'Test-Stamm Kunden', IHRE erste Anwendung.
Wenn Sie dieses Dokument, das ist bereits eine Anwender - Dialogmaske (!), anklicken, öffnet sich diese als eigenes Fenster und der Focus liegt im Feld 'Kunden Nummer'.
Sie können eine beliebige Nummer eingeben und anschließend einen Kundennamen zufügen. Erfassen Sie einige Testdatensätze, 2 genügen, danach können Sie testweise auf das Fragezeichen neben der Kundennummer klicken und Sie erhalten eine Liste der erfassten Daten, aus der Sie wahlfrei wieder eine Nummer zum Aufrufen wählen können.
Ebenso können Sie in den erfassten Daten bereits suchen. Sobald Sie mehr als 20 Datensätze erfasst haben, wird die Suchfunktion automatisch von MINISYS aktiviert.
Im nächsten Tutorial wird erläutert, wie die eben erstellte Datenmaske von Ihnen verändert und erweitert wird.
Sollte Sie der Forscherdrang zu sehr in den Bann gezogen haben, so können Sie natürlich dieses auch auf eigene Faust und ohne das nächste Tutorial durchführen, das Rüstzeug hierzu haben Sie eigentlich schon.